Klimatechnik
Klimaanlage nachrüsten: Was im bestehenden Gebäude zählt
Ob eine Klimaanlage nachgerüstet werden kann, entscheidet sich fast nie an der Technik, sondern am Gebäude: Es braucht einen zulässigen Stellplatz für die Außeneinheit, einen machbaren Leitungsweg und einen Kondensatablauf. Sind diese drei Punkte geklärt, folgt aus Raumzahl und Kühllast fast von selbst, ob Split-, Multi-Split- oder VRF-Technik passt.
Veröffentlicht am · Gesellschaft für Kälte Klima Technik mbH
Die drei Punkte, die zuerst feststehen müssen
Bevor über Geräte gesprochen wird, klären wir die baulichen Randbedingungen. Sie entscheiden darüber, ob eine Nachrüstung wirtschaftlich bleibt oder aufwendig wird.
- Stellplatz für die Außeneinheit: Flachdach, Fassade, Balkon oder Grundstücksfläche. Wichtig sind freie Luftführung, Zugang für die spätere Wartung und der Abstand zur Nachbarschaft.
- Leitungsweg: Kältemittelleitungen, Steuerleitung und Kondensatleitung müssen von der Außeneinheit zu jedem Innengerät geführt werden — sichtbar in Kanälen, im Schacht oder bei Sanierungen in der Wand.
- Kondensatablauf: Jedes kühlende Innengerät erzeugt Kondensat. Ein Gefälle zum Abfluss ist die einfachste Lösung; sonst wird eine Kondensatpumpe eingeplant.
Erst danach wird gerechnet: Raumgröße, Fensterflächen und Ausrichtung, innere Lasten durch Personen und Technik sowie die gewünschte Nutzung ergeben die Kühllast. Aus ihr folgt die Geräteleistung — und nicht aus einer Faustformel pro Quadratmeter.
Split, Multi-Split oder VRF?
Die Bauart ergibt sich aus der Zahl der Räume und der Gleichzeitigkeit ihrer Nutzung. In unserer Klimatechnik setzen wir alle drei Varianten ein:
- Split-Anlage: eine Außeneinheit, ein Innengerät. Die übliche Lösung für einen Raum, ein Büro oder ein Schlafzimmer.
- Multi-Split-Anlage: eine Außeneinheit für mehrere Innengeräte. Sinnvoll, wenn nur ein Stellplatz zur Verfügung steht.
- VRF/VRV-System: für Gebäude mit vielen Zonen, die unabhängig voneinander geregelt werden sollen — und teils gleichzeitig kühlen und heizen.
- Kaltwassersatz: für große oder technisch anspruchsvolle Objekte, in denen Kälte zentral erzeugt und verteilt wird.
Wir arbeiten herstellerunabhängig, unter anderem mit Daikin, Mitsubishi Electric und Mitsubishi Heavy Industries. Bei Wohnräumen sind zwei Gerätewerte besonders relevant: die Energieeffizienzklasse — bei aktuellen Geräten bis A+++ — und der Innengeräuschpegel, der bei den von uns eingesetzten Wandgeräten ab 18 dB(A) beginnt.
Ein Punkt, der oft übersehen wird: das Kältemittel
Eine Klimaanlage ist eine Kälteanlage. Welches Kältemittel darin arbeitet, entscheidet über Prüfpflichten, Aufstellbedingungen und die spätere Verfügbarkeit von Ersatz. GKKT ist als F-Gase-zertifizierter Fachbetrieb der Kategorie I tätig und arbeitet in der Kältetechnik mit dem gesamten Spektrum vom weit verbreiteten R134a bis zum brennbaren R290 (Propan) — die erste eigene R290-Anlage ging 2018 in Betrieb, 2024 folgte eine Publikation zum praktischen Einsatz von Kohlenwasserstoffen.
Dieser Hintergrund ist der eigentliche Unterschied bei einer Nachrüstung: Die Anlage wird nicht nur nach Datenblatt ausgewählt, sondern danach, was sich am Objekt betreiben, prüfen und in zehn Jahren noch instand setzen lässt.
Gut zu wissen: Sie rüsten auch eine Heizung nach
Moderne Klimaanlagen sind technisch gesehen Luft-Luft-Wärmepumpen. Sie können im Winter genauso effizient heizen wie im Sommer kühlen. Wer die Nachrüstung ohnehin plant, sollte den Heizbetrieb deshalb von Anfang an mitdenken — die Geräteauswahl und die Platzierung der Innengeräte fallen dann teilweise anders aus. Für den Heizfall im ganzen Gebäude ist die Wärmepumpe die passende Technik.
So läuft die Nachrüstung ab
- Kostenlose Vor-Ort-Begehung: Wir prüfen Stellplatz, Leitungsweg, Kondensat und Stromanschluss und nehmen die Räume auf.
- Unverbindliches Festpreisangebot: Bauart, Geräte, Montageweg und Inbetriebnahme sind darin beschrieben.
- Installation durch geschulte Techniker: Montage, Leitungsverlegung, Dichtheitsprüfung, Evakuierung und Befüllung.
- Inbetriebnahme und Einweisung: Einregulierung, Übergabe der Dokumentation und Erklärung der Bedienung.
Damit die Leistung erhalten bleibt, gehört die regelmäßige Wartung dazu: Filter und Wärmeübertrager verschmutzen, und je nach Füllmenge ist eine wiederkehrende Dichtheitsprüfung vorgeschrieben. Beides lässt sich in einem Wartungsvertrag planbar festlegen.
Welche Bauart in Ihrem Gebäude möglich ist, lässt sich erst nach der Begehung sagen. Genau dafür ist die Erstberatung vor Ort gedacht — sie ist kostenlos und unverbindlich.