Kältetechnik

Kühlraum planen: worauf es vor dem Angebot ankommt

Ein belastbares Kühlraum-Konzept entsteht aus vier Angaben: Was wird gelagert, bei welcher Temperatur, wie warm kommt die Ware herein und wie oft geht die Tür auf. Erst daraus ergeben sich Kälteleistung, Bauart und Aufstellort — und damit ein Angebot, das später auch trägt.

Veröffentlicht am · Gesellschaft für Kälte Klima Technik mbH

Kühlraum Installation

Diese Angaben braucht die Auslegung

Die häufigste Ursache für einen Kühlraum, der im Betrieb nicht hält, ist eine zu knappe Aufgabenstellung. Wir fragen deshalb immer dieselben Punkte ab, bevor wir rechnen:

  • Kühlgut und Branche: Fleisch, Backwaren, Obst und Gemüse, Getränke, Wein oder Pharmaprodukte stellen jeweils eigene Anforderungen an Temperatur und Luftfeuchte.
  • Solltemperatur: Normalkühlung, Tiefkühlung oder ein Sonderbereich dazwischen — davon hängen Bauteile, Abtauung und Dämmstärke ab.
  • Eintrittstemperatur und Warenmenge pro Tag: Ware, die warm eingelagert wird, erzeugt ein Vielfaches der Last gegenüber vorgekühlter Ware.
  • Türöffnungen und Arbeitsabläufe: Jede Öffnung bringt warme, feuchte Luft in den Raum. Bei starker Frequenz ändern sich Verdampferauswahl und Abtaustrategie.
  • Raumgröße und Dämmung: Paneelstärke, Bodenaufbau und die Frage, ob der Raum in einem beheizten oder unbeheizten Bereich steht.

Der Aufstellort entscheidet mehr als das Gerät

Die Kälte muss irgendwo hin. Wohin die Abwärme des Verflüssigers geht, ist bei der Planung genauso wichtig wie die Kälteleistung selbst — und in bestehenden Gebäuden meist der schwierigere Teil. Zu klären sind:

  • Aufstellfläche auf dem Dach, an der Fassade oder im Hof, mit freier Luftführung und Zugang für die Wartung;
  • Schallsituation gegenüber Nachbarschaft und Aufenthaltsräumen, besonders im Nachtbetrieb;
  • Leitungsweg und Höhendifferenz zwischen Verdampfer und Verflüssigungssatz;
  • Stromanschluss und Platz für Schaltschrank und Regelung.

Ab mehreren Kühlstellen lohnt der Vergleich zwischen Einzelanlagen und einer Verbundanlage: Letztere versorgt mehrere Kühl- und Tiefkühlstellen aus einer zentralen Maschine und lässt sich besser regeln und warten — sie braucht dafür aber einen geeigneten Maschinenraum.

Die Kältemittelfrage gehört an den Anfang

Wir planen und realisieren Kälteanlagen für über 14 Branchen und arbeiten dabei mit dem gesamten Spektrum vom weit verbreiteten R134a bis zum brennbaren R290 (Propan). Das ist keine Nebensache: Das Kältemittel bestimmt die Anforderungen an den Aufstellraum, die wiederkehrende Dichtheitsprüfung und die Frage, ob die Anlage in zehn Jahren noch wirtschaftlich zu betreiben ist. Unsere erste R290-Anlage ging 2018 in Betrieb; 2024 haben wir zum praktischen Einsatz von Kohlenwasserstoffen publiziert. Diese Erfahrung fließt in die Auswahl ein, statt dass die Frage auf später verschoben wird.

Wie unterschiedlich das aussehen kann

Drei Beispiele aus unseren Referenzprojekten zeigen die Bandbreite: Für die Metzgerei Lowis haben wir die 2019 neu gebaute Produktion kältetechnisch ausgerüstet. Beim Rheinlandhof, wo Salat in Wasser gezüchtet wird, erzeugt ein Kaltwassersatz die Kälte, die innen über Sole verteilt wird. Und bei RTL Television arbeiten drei Kälteanlagen für Kühlen, Tiefkühlen und Schockfrosten in der Küche nebeneinander. Gleiche Aufgabe, drei völlig verschiedene Lösungen — weil Ware, Gebäude und Ablauf verschieden sind.

Von der Planung zur Übergabe

  1. Aufnahme vor Ort: Raumsituation, Ablauf, Anschlüsse und Aufstellmöglichkeiten werden gemeinsam geklärt.
  2. Konzept und Angebot: Kälteleistung, Bauart, Kältemittel und Regelung werden festgelegt und beschrieben.
  3. Montage: Kühlraum, Verdampfer, Verflüssigungssatz, Leitungen und Elektrik werden installiert.
  4. Inbetriebnahme und Dokumentation: Einregulierung, Dichtheitsprüfung, Übergabe der Unterlagen und Einweisung.

Danach beginnt der eigentliche Betrieb. Eine Kälteanlage in der Lebensmittelverarbeitung läuft im Dauerbetrieb — deshalb schließen viele Kunden direkt einen Wartungsvertrag an, der Inspektionen, Dichtheitsprüfung und die bevorzugte Störungsbehebung regelt.

Je genauer Ware, Temperatur und Ablauf beschrieben sind, desto belastbarer ist das Angebot. Kommen Sie gerne mit unvollständigen Angaben auf uns zu — die fehlenden Punkte klären wir bei der Begehung.

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